Zahnärzte
Aufbewahrungsfristen, Agio, Disagio, Leasing
 (März 2014)

Diese neue Artikelserie soll im „Bezirksverband“ des ZBV Oberbayern als stets fester Bestandteil Begriffe erklären, die für die Zahnärztin / den Zahnarzt alltägliche Relevanz haben hinsichtlich Praxisführung, Recht, Arbeitsrecht, Vertragsgestaltungen etc. etc..
Der ZBV freut sich, dass das Autorenteam diese wichtige Aufgabe im Sinne der oberbayerischen Kollegenschaft übernimmt und auch dieses Mal ein immer wichtiger werdendes Thema bearbeitet hat.

Aufbewahrungsfristen für Unterlagen:

Grundsätzlich verlangen die Berufsordnungen für Zahnärzte, sowie der Bundesmantel- und Ersatzkassenvertrag, dass ­ärztliche Aufzeichnungen, insbesondere Untersuchungsbefunde, Arztbriefe, Auswertungen etc. 10 Jahre aufbewahrt werden müssen. Diese Frist ist eine Mindestaufbewahrungsfrist, von der es maßgebliche längere und kürzere Ausnahmen gibt. Zu beachten ist bei diesen Fristen, dass zivilrechtliche Ansprüche bei Vorsatz erst nach 30 Jahren verjähren können.

Da der Geschädigte (hier Patient) beweispflichtig ist, kann es durchaus auch schaden, „Beweismittel“ länger als gefordert aufzubewahren.

Nach § 20 Abs. 2 Nr. 2 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) sind personenbezogene Daten zu löschen, wenn ihre Kenntnis … nicht mehr erforderlich ist.

Nachfolgend erhalten Sie eine Aufstellung wichtiger Aufbewahrungsfristen:

Artikel als PDF herunterladen Tabelle Aufbewahrungsfristen 2014 ZBV

Agio, Disagio:

In www.wikipedia.de findet sich zum Thema „Agio, Disagio“ Folgendes:

Disagio, Damnum oder Abgeld ist im Finanzwesen ein Abschlag vom Nennwert, der bei einer Kreditgewährung oder der Ausgabe eines Wertpapiers oder von Sorten vereinbart werden kann. Das Gegenteil des Disagios ist das Agio oder Aufgeld.

Bei Anleihen ist es marktüblich, dass Emittenten entweder einen Ausgabeaufschlag (Agio) verlangen oder ein Disagio, also einen Ausgabeabschlag, einbehalten. Beides führt während der Anlagelaufzeit zu einer Verminderung des Ertrages entweder beim Emittenten (Disagio) oder beim Anleger (Agio). Aktien und GmbH-Anteile indes dürfen gemäß §§ 9 AktG und § 5 Abs. 3 Satz 3 GmbHG nicht mit einem Disagio ausgegeben werden.

Bei ausländischem Bargeld (Sorten) kaufen Kreditinstitute unterhalb des offiziellen Wechselkurses (Disagio) oder verkaufen oberhalb des Wechselkurses (Agio). Im Gegensatz zu den Zentralbanken, die Sorten zum amtlichen Wechselkurs an- und verkaufen, erfolgt beim An- und Verkauf über Kreditinstitute ein Auf- oder Abschlag auf den amtlichen Wechselkurs, der in den Beschaffungs-, Verwaltungs- und Versicherungskosten begründet ist. Dieser Abschlag beträgt in der Regel zwischen 2 bis 4 % des nominalen Wertes der Sorten. Üblicherweise wird jedoch beim Disagio vom Geldkurs und beim Agio vom Briefkurs gesprochen.

Tipp:
Wägen Sie zusammen mit Ihrem Steuerberater ab, ob Disagio oder Agio für Ihre spezielle Situation ggf. Sinn machen !!

Leasing:

In www.wikipedia.de findet sich hierzu Folgendes:

Leasing (von engl. to lease = „mieten, pachten“) ist im zivilrechtlichen Sinn ein Nutzungsüberlassungsvertrag oder ein atypischer Mietvertrag. Der Begriff hat in der öffentlichen Kommunikation jedoch überwiegend eine umfassendere Bedeutung als Finanzierungsalternative, bei der das Leasingobjekt vom Leasinggeber beschafft und finanziert wird und dem Leasingnehmer gegen Zahlung eines vereinbarten Leasingentgelts zur Nutzung überlassen wird. Eine einheitliche Definition des Begriffs Leasing gibt es jedoch weder in der Wirtschaftspraxis noch in der Literatur.

Leasingverträge haben einen ähnlichen Charakter wie Mietverträge. Von der Miete unterscheidet sich Leasing durch die Tatsache, dass die mietvertraglich geschuldete Wartungs- und Instandsetzungsleistung bzw. der Gewährleistungsanspruch auf den Leasingnehmer umgewälzt wird.
Dies geschieht im Austausch gegen die Abtretung der Kaufrechte seitens des Leasinggebers und die Finanzierungsfunktion beim Leasing. Der Leasingnehmer trägt hierbei die Sach- und Preisgefahr. Leasingverträge sind somit „atypische“ Mietverträge.

Als Leasinggeber treten sowohl unabhängige Leasingunternehmen auf, als auch mit den Interessen einer Bank oder eines Herstellers verbundene Leasingunternehmen. Leasingverträge können mit zusätzlichen Vereinbarungen wie der Übernahme der Wartung des überlassenen Objekts durch den Leasinggeber gegen einen monatlichen Pauschalpreis verbunden sein. Seit Ende 2008 ist Finanzierungsleasing in Deutschland eine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung im Sinne des Kreditwesengesetzes (KWG).

Leasing ist populär, weil die psychologische Hemmschwelle beim Abschluss eines Vertrages niedriger ist als bei der Stellung eines Kreditantrages bei einer Bank. Steuer- und Bilanzvorteile kommen je nach Einzelfall zum Tragen.

Das zivilrechtliche Eigentum und das wirtschaftliche Eigentum können bei Leasinggeschäften auseinanderfallen. Eine besondere Schwierigkeit liegt darin, dass nationale steuerrechtliche Bestimmungen und internationale Rechnungsführungsstandards wie US-GAAP und IFRS die wirtschaftliche Zuordnung des Leasingobjektes zum Leasinggeber oder zum Leasingnehmer unterschiedlich treffen. Im deutschen Sprachraum wird unter Leasing meist ein Nutzungsüberlassungsvertrag verstanden, bei dem der Leasinggeber wirtschaftlicher Eigentümer des Leasingobjektes bleibt. Andere Konstellationen werden als Mietkauf bezeichnet. Im internationalen Sprachgebrauch ist unabhängig von der Frage, wem das wirtschaftliche Eigentum am Objekt zuzuordnen ist, die Bezeichnung Lease mit Unterscheidungen beispielsweise in Operate Lease und Capital Lease üblich. Tipp: Leasing kling zunächst populär. Ob es jedoch gegenüber Kauf oder Finanzierung tatsächlich Vorteile bietet, hängt von den jeweiligen Konditionen, sowie von der mittelfristigen betriebswirtschaftlichen Situation der Praxis ab. Besonders in der gegenwärtigen Niedrigzinsphase ist der klassische Bankkredit eventuell die bessere Alternative. Auf jeden Fall ist zuvor der Steuerberater zu konsultieren.

Wir haben in Gemeinschaft ein DVT Gerät geleast. Dabei ist es wichtig, dass das Gerät nach Abschluss der Leasingperiode nicht automatisch in unseren Besitz übergeht. Dies wäre dann ein Mietkauf, dessen Raten nicht steuermindernd abgesetzt werden können. Das Objekt würde normal abgeschrieben.

Bei einem richtigem Leasing ist es nicht sicher, dass das Gerät am Schluss übernommen werden kann. Dieses wird nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen bewertet und dem Leasingnehmer eventuell zum Kauf angeboten.

Im übrigen empfehle ich darüber nachzudenken, wovon die Leasingfirma lebt.

(Dr. Elmar Immertreu)

ZÄ Gabriele Hager - Jolicoeur
Dr. Eberhard Siegle
Dr. Elmar Immertreu
ZA Florian Gierl



Artikel als PDF herunterladen
                              

                             

                


Fortbildung